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Netzkonfiguration Debian
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Das Skript erfasst sämtliche Anweisungen, die mit dem Schlüsselwort "addresses-" und einer frei wählbaren Bezeichnung beginnen. Eine Bezeichnung darf nicht doppelt verwendet werden, da ansonsten ifupdown einen Syntaxfehler anzeigt und die Konfiguration der Schnittstelle abbricht - unter Umständen ist der Server dadurch nicht mehr erreichbar.
 
Das Skript erfasst sämtliche Anweisungen, die mit dem Schlüsselwort "addresses-" und einer frei wählbaren Bezeichnung beginnen. Eine Bezeichnung darf nicht doppelt verwendet werden, da ansonsten ifupdown einen Syntaxfehler anzeigt und die Konfiguration der Schnittstelle abbricht - unter Umständen ist der Server dadurch nicht mehr erreichbar.
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[[Kategorie:Debian]] [[Kategorie:IP-Adressen]]

Version vom 30. Juli 2009, 08:13 Uhr

Vorlage:IP-Disclaimer

Haupt-IP-Adresse

Die Hauptadresse eines Hetzner-Servers liegt in der Regel in einem /27-Netz. Um die (versehentliche) Übernahme fremder IP-Adresse zu verhindern, verwirft Hetzners Netz-Infrastruktur Ethernet-Pakete, die nicht an die Gateway-Adresse gerichtet sind. Um auch Server im gleichen Netzsegment ansprechen zu können, richtet die Hetzner-Standardinstallation eine explizite Route ein, die Pakete an das eigene Subnetz über das Gateway leitet und nicht direkt zustellt.

Diese Lösung ist jedoch unschön, da doppelte und widersprüchliche Informationen in der Routing-Tabelle auftauchen. Eine sauberere Möglichkeit, diese Konfiguration zu erreichen, besteht darin, die Haupt-Adresse mit der Netzmaske 255.255.255.255 (/32) zu versehen; der Server geht so davon aus, sich alleine in seinem Ethernet-Segment zu befinden und stellt keine Pakete direkt zu. Damit er nun jedoch das Gateway erreichen kann, benötigen wir eine explizite Host-Route dorthin: Dies geht mit Debian sehr einfach, indem wir die Option "pointopoint 192.168.0.1" in die Konfiguration einfügen - "192.168.0.1" ist natürlich die IP-Adresse des Gateways.

## /etc/network/interfaces Beispiel Hetzner Rootserver
# Loopback-Adapter
auto lo
iface lo inet loopback

# LAN-Schnittstelle
auto eth0
iface eth0 inet static
  # Haupt-IP-Adresse des Servers
  address 192.168.0.250
  # Netzmaske 255.255.255.255 (/32) unabhängig von der
  # realen Netzaufteilung (z.B. /27)
  netmask 255.255.255.255
  # Explizite Hostroute zum Gateway
  gateway 192.168.0.1
  pointopoint 192.168.0.1

Die in der Hetzner-Standardkonfiguration vorgesehene zusätzliche Route ist damit nicht mehr nötig.

Zusätzliche IP-Adressen

Alle alten Serverpakete der DS-Serie enthalten ein /29-Subnetz, dass 6 weitere Adressen beinhaltet. Dieses Netz schließt sich nicht direkt an die Hauptadresse an, sondern muss im Hetzner-Robot beantragt werden.

Neue Server der EQ-Serie erhalten auf Antrag vier einzelne IP-Adressen. Die Konfiguration erfolgt jedoch auf die gleiche Weise:

Um die zusätzlichen Adressen auf dem Server zu nutzen, wird das Paket "iproute" mit dem Dienstprogramm "ip" benötigt. Konfigurationen mit Alias-Schnittstellen (eth0:1, eth0:2 etc.) sind veraltet und sollten keine Verwendung mehr finden. Um eine Adresse hinzuzufügen, genügt das folgende Kommando:

ip addr add 10.4.2.1/32 dev eth0

Der Befehl "ip addr" zeigt die momentan aktiven IP-Adressen an. Da das Subnetz dem Server exklusiv zur Verfügung steht, ist es auch hier sinnvoll, die Adressen mit der Präfixlänge /32, also der Subnetzmaske 255.255.255.255 hinzuzufügen.

Leider bieten die Konfigurationsmechanismen der Debian-Distriution keine Möglichkeit, mehrere IP-Adressen in der Datei "/etc/network/interfaces" zu hinterlegen. Diese Fähigkeit kann jedoch hinzugefügt werden: Dazu wird das Skript "addresses" benötigt.

Das Skript befindet sich im Paket "ifupdown-scripts-wa", das jedoch nicht Teil der offiziellen Debian-Distribution ist; fügt man folgende Zeile zur APT-Konfiguration hinzu, reicht der Befehl "apt-get install ifupdown-scripts-wa" um das Skript korrekt zu installieren:

 # /etc/apt/sources.list.d/wertarbyte.list
 # Tartarus, ifupdown-scripts etc.
 deb http://wertarbyte.de/apt/ ./
 wget -P/etc/apt/sources.list.d/ http://wertarbyte.de/apt/wertarbyte-apt.list
 apt-get update
 apt-get install ifupdown-scripts-wa


Wer das Skript nicht über das Paketsystem installieren möchte, kann es auch manuell herunterladen: http://wertarbyte.de/debian/ifupdown/addresses. Es wird im Verzeichnis "/etc/network/if-up.d/" abgelegt und zusätzlich nach "/etc/network/if-down.d/" verlinkt:

cd /etc/network/if-up.d/ && \
wget http://wertarbyte.de/debian/ifupdown/addresses && \
chmod +x addresses && \
cd ../if-down.d/ && \
ln -s ../if-up.d/addresses .

Das Skript erweitert die Syntax der Konfigurationsdatei um eine neue Anweisung namens "addresses", mit der zusätzliche zu bindende IP-Adressen (mit der Netzmaske in /-Notation) angegeben werden können:

addresses 10.4.2.1/32 10.4.2.2/32 10.4.2.3/32

Fügt man diese Zeile zur Konfiguration der Schnittstelle "eth0" hinzu, so werden die Adressen beim Aktivieren der Schnittstelle hinzugefügt und bei deren Deaktivierung wieder entfernt.

Zusätzlich ist es möglich, mehrere Zeilen zu verwenden, um Adressen in Kategorien zu bündeln und die Konfiguration übersichtlicher zu gestalten:

addresses       10.4.2.1/32
addresses-https 10.4.2.2/32 10.4.2.3/32 # SSL-Websites
addresses-mail  10.4.2.4/32             # Mailserver

Das Skript erfasst sämtliche Anweisungen, die mit dem Schlüsselwort "addresses-" und einer frei wählbaren Bezeichnung beginnen. Eine Bezeichnung darf nicht doppelt verwendet werden, da ansonsten ifupdown einen Syntaxfehler anzeigt und die Konfiguration der Schnittstelle abbricht - unter Umständen ist der Server dadurch nicht mehr erreichbar.



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