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Dell-PowerEdge-R720-Quickstart-Guide

Inhaltsverzeichnis

Dell PowerEdge R720 Guide

Wie installiere ich ein Betriebssystem?

Da die Dell Server nach den eigenen Wünschen angepasst werden können, bieten wir diese nicht mit vorinstalliertem Betriebssystem an, da wir nicht wissen, welche RAID- und Festplatten-Konfiguration der Kunde möchte. Deshalb werden die Dell Server mit dem Hetzner Rescue-System ausgeliefert.

Wenn der Server dann online ist, können Sie nach der ersten RAID-Konfiguration eines der unterstützten Betriebssysteme automatisiert über den Robot oder manuell über installimage installieren. Alternativ können Sie auch eine ISO-Datei einbinden und so per KVM ein Betriebssystem installieren.

Welche Betriebssysteme werden unterstützt?

  • CentOS 6.4
  • Debian GNU/Linux 7
  • Ubuntu 12.04 LTS / 13.04
  • OpenSuSE 12.3
  • Fedora 18 (nur via VNC)
Für Debian GNU/Linux, CentOS und Ubuntu besteht darüber hinaus die Möglichkeit OMSA zu nutzen. Dazu geben Sie bei der Installation per installimage einfach folgenden Befehl ein:
installimage -z OMSA
Natürlich können Sie OMSA auch später noch über die Paketverwaltung Ihres Systems installieren.

Aufgrund eines Bugs in Fedora 18 ist zu beachten, daß der Kernelparameter usbcore.autosuspend=-1 hinzugefügt wird, damit eine zuverlässige Nutzung der Tastatur in der iDRAC Remote Console möglich ist (Siehe RH#850785)

nicht unterstützte Betriebssysteme

  • Debian GNU/Linux 6.0.7 - Aufgrund eines Bugs im Intel-Netzwerkkartentreiber werden die MAC-Adressen nicht korrekt erkannt und zugeordnet. Der Betrieb mit einem alternativen Kernel (z.B. aus den backports) oder nach Aktualisierung des Treibers ist in Eigenregie möglich.
  • Windows Server 2008 R2 - Aufgrund der Beschränkungen der Windows Web und Standard Editionen auf maximal 32 GB RAM wird dieses Betriebssystem nicht angeboten.
  • VMware vSphere/ESXi - die Installation ist möglich, jedoch ist die kostenlose Lizenz auf maximal 32 GB RAM limitiert

Was ist die iDRAC?

Die iDRAC (integrierter Dell Remote Access Controller) ist ein integriertes Werkzeug, mit dem Sie eine Vielzahl von Konfigurations- und Wartungsarbeiten aus der Ferne durchführen können. Wenn Sie sich auf der iDRAC anmelden, können Sie viele Probleme direkt selbst beheben und sind nicht auf Support-Mitarbeiter angewiesen.

Wie greife ich auf die iDRAC zu?

In der Fertigstellungsmail finden Sie zwei IP-Adressen, einmal für den Server selbst und einmal für die iDRAC. Im gleichen Abschnitt finden Sie auch die iDRAC-Zugangsdaten, die sich von denen des Servers unterscheiden.

Geben Sie einfach die iDRAC-IP in die Adresszeile Ihres Browsers ein und bestätigen Sie die eventuell auftretende Sicherheitswarnung. Anschließend landen Sie auf einem Webinterface, bei dem Sie sich mit den iDRAC-Zugangsdaten anmelden.

iDRAC-Anmeldebildschirm

Danach können Sie z.B. die KVM-Funktion nutzen, den Server ein- oder ausschalten, eine ISO-Datei für die Installation einbinden und Hardware-Probleme diagnostizieren.

Wie ändere ich das iDRAC-Kennwort?

Melden Sie sich zunächst auf der iDRAC an und wählen Sie links im Menü unter iDRAC Einstellungen den Punkt Benutzer-Authentifizierung. Jetzt klicken Sie auf die Benutzer-ID des Benutzers, dessen Kennwort Sie ändern möchten (z.B. root, ID 2).

1. Schritt Kennwort ändern

Auf der neuen Seite wählen Sie Benutzer konfigurieren und klicken auf Weiter.

2. Schritt Kennwort ändern

Auf der Seite, die nun erscheint, setzen Sie den Haken bei Kennwort ändern, geben in die Felder darunter zweimal das gleiche, neue Kennwort ein und klicken unten rechts auf der Seite auf Anwenden.

3. Schritt Kennwort ändern

Wo finde ich meine Festplatten?

Wenn Sie Ihren Dell PowerEdge-Server von uns erhalten, wird er in der Regel noch ohne RAID-Konfiguration ausgeliefert. Deshalb werden Ihnen keine logischen Laufwerke, sondern nur unkonfigurierte Festplatten angezeigt. Keine Panik, Ihre Platten sind also eingebaut. Bevor Sie ein Betriebssystem installieren, müssen Sie mindestens ein logisches Laufwerk anlegen, d.h. ein RAID konfigurieren.

Wie konfiguriere ich den RAID-Controller?

Für die Konfiguration des Controllers stehen Ihnen vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. Sie können beispielsweise mit der KVM-Funktion der iDRAC den Server neu starten und wenn Ihnen die entsprechende Meldung angezeigt wird, Strg-R drücken um ins klassische RAID-Controller-BIOS zu gelangen. Darüber hinaus gelangen Sie auch vom UEFI aus über Gerätekonfiguration (Device Settings) zu den RAID-Einstellungen.

Darüber hinaus steht Ihnen im Hetzner Rescue-System das bewährte megacli Kommandozeilen-Tool zur Verfügung. Hier ein einfaches Beispiel für eine Startkonfiguration:

  • Zunächst einmal müssen Sie sich überlegen in welcher Konfiguration Sie Ihre Festplatten betreiben wollen. Der Controller bietet Ihnen eine Vielzahl von RAID-Leveln und je nachdem, wie viele Festplatten Sie eingebaut haben, sind unterschiedliche RAID-Konfigurationen möglich. Im folgenden gehen wir davon aus, dass Sie ein RAID 1 über zwei Festplatten anlegen wollen. Bitte passen Sie die Beispiele je nach Ihren Bedürfnissen an. In den Boxen zu jedem Schritt finden Sie die Befehle, die Sie im Hetzner Rescue-System eingeben müssen.
  • Als erstes müssen Sie bestimmte Informationen über die Festplatten herausfinden:
megacli -PDList -aAll | egrep "Enclosure Device ID:|Slot Number:|Inquiry Data:|Error Count:|state"
  • Die Ausgabe sieht dann so ähnlich wie hier aus:
Enclosure Device ID: 32
Slot Number: 0
Media Error Count: 0
Other Error Count: 0
Firmware state: Online, Spun Up
Inquiry Data: ZX512545333TSQ50NS RAAA

Enclosure Device ID: 32
Slot Number: 1
Media Error Count: 0
Other Error Count: 0
Firmware state: Online, Spun Up
Inquiry Data: ZX512545001TSQ50NS RAA0
  • Von der Ausgabe notieren Sie sich bitte die Enclosure Device ID und die Slot Number der Platten, die Sie verwenden möchten.
  • Anschließend legen Sie mit folgendem Befehl das RAID an:
megacli -CfgLdAdd -r1 [32:0,32:1] WB RA Direct CachedBadBBU -a0
  • Hier geben Sie einfach bei -r den gewünschten RAID-Level an, also hier z.B. -r1 für RAID 1 oder -r5 für RAID 5. In eckigen Klammern geben Sie die Laufwerke an, die Sie in diesem RAID-Verbund nutzen wollen. Dabei sind die Einträge mit Kommas getrennt und jeder Eintrag ist nach dem Schema Enclosure Device ID:Slot Number gestaltet. In obigem Beispiel verwenden wir also die Platten mit Enclosure Device ID 32 und Slot Number 1 und 2. Bitte passen Sie dies entsprechend Ihrer Ausgabe von megacli an.

Ausführlichere Beispiele für Experten finden Sie unter LSI RAID Controller.

Was ist die KVM-Funktion und wie nutze ich sie?

Die KVM-Funktion, genauer gesagt die KVM-over-IP-Funktion ermöglicht es Ihnen, den Server so über ein Netzwerk zu verwenden als säßen Sie direkt vor dem Gerät mit direkt angeschlossener Maus, Tastatur und Bildschirm. Wenn Sie sich an der iDRAC anmelden, sehen Sie im rechten Drittel des Bildschirms eine Vorschau der aktuellen Bildschirmausgabe des Servers.

iDRAC Übersicht

Wenn rechts daneben auf Starten klicken und die Anfragen bestätigen, kommen Sie zu einer Live-Verbindung und können den Server wie jeden anderen Rechner auch bedienen. Für Spezialfunktionen wie einen Neustart oder um bestimmte Tastenkombinationen zu senden (z.B. Strg-Alt-Entf), verwenden Sie das Menü Makros in diesem KVM-Fenster.

KVM-Fenster


Wie schalte ich meinen Server aus bzw. ein/Wie führe ich einen Neustart durch?

Entweder Sie nutzen die Schnellstart-Tasks in der Übersicht der iDRAC oder Sie nutzen das Menü Strom des KVM-Fensters.

Wie kann ich eine ISO-Datei einbinden?

Dazu wählen Sie die Option Virtueller Datenträger im KVM-Fenster und dann Virtuellen Datenträger starten. Wenn Sie die Anfragen bestätigen, erscheint ein weiteres Fenster, in dem Sie direkt lokale Laufwerke auswählen und einbinden können oder Sie klicken auf Image hinzufügen und wählen die ISO-Datei aus. Anschließend setzen Sie im linken Teil des Fensters neben dem entsprechenden ISO-Image den Haken bei Zugeordnet, um das Image als virtuelles Laufwerk für den Server verfügbar zu machen.

Image einbinden

Wenn Sie nun den Server neu starten, können Sie von diesem Image starten wie von einem normalen Laufwerk. Dazu drücken Sie bitte F11 um ein Bootmenü aufzurufen wenn die entsprechende Meldung dazu angezeigt wird. Noch einfacher geht es, wenn Sie vor dem Neustart im Menü Nächster Start des KVM-Fensters den Eintrag Virtuelle CD/DVD/ISO auswählen.

Wie kann ich Hardwareprobleme eingrenzen?

In der Übersicht der iDRAC finden Sie unter Server-Funktionszustand eine allgemeine Übersicht der verschiedenen Baugruppen Ihres Servers. Ist links neben der Baugruppe ein grüner Haken, ist alles in Ordnung. Wenn Sie Details zu einer Baugruppe oder einem eventuell angezeigten Fehler erfahren möchten, klicken Sie einfach auf den Namen der Baugruppe (z.B. Lüfter). Wenn Sie einen Fehler entdecken, können Sie entweder im technischen Handbuch nachsehen ob es ein ernsteres Problem ist oder wenn Sie den Hetzner-Support per Robot kontaktieren, können Sie bereits angeben welchen Fehler der Server ausgibt.

Was ist die Dell Open Manage System Administrator Suite (OMSA)?

OMSA bietet Ihnen die Möglichkeit direkt vom Betriebssystem bestimmte Hardware-Konfigurationen vorzunehmen und das System zu überwachen. Nähere Informationen dazu finden Sie bei Dell (englisch).

Wie kann ich die Hardware-Überwachung nutzen?

Der iDRAC bietet unabhängig vom Betriebsystem umfangreiches Monitoring aller Systemkomponenten. Darüber hinaus können Sie auch Einstellungen beispielsweise des RAID-Controllers abfragen und ändern.

Um die Benachrichtigungsfunktionen zu nutzen, muß in der Netzwerkkonfiguration der iDRAC ein DNS Name und eine DNS-Domain konfiguriert werden. Gehen Sie dazu in der Weboberfläche zum Menüpunkt Netzwerk unter iDRAC Einstellungen. Tragen Sie hier unter Statischer DNS-Domänenname eine von Ihnen verwaltete Domain ein. Beispiel:

  • DNS DRAC Name: idrac-hetzner-r720
  • Statischer DNS-Domänenname: example.com

Das System wird nun E-Mails mit der Absendeadresse <idrac-hetzner-r720@example.com> verschicken.

Nun können Sie über den Menüpunkt Warnungen -> SNMP- und E-Mail-Einstellungen eine oder mehrere Ziel-E-Mail-Adressen sowie einen SMTP-Server konfigurieren.

Hier können Sie unter E-Mail-Alarm 1 bis E-Mail-Alarm 4 entsprechende Adressen eintragen, die über Systemereignisse informiert werden sollen.

Hinterlegen Sie unter SMTP (E-Mail)-Server-Adresseneinstellungen den entsprechenden SMTP Server.

Anschließend können Sie mit Klick auf den Senden-Button eine Test-E-Mail an die gewünschte Adresse schicken. Falls die E-Mail z.B. aufgrund von Greylisting temporär nicht zugestellt werden kann, erhalten Sie eine Fehlermeldung. Die E-Mail wird aber für eine spätere Zustellung zwischengespeichert.

Wie sichere ich die iDRAC ab?

Um die iDRAC über die Kennwortänderung hinaus vor unberechtigten Zugriffen zu schützen, ist es möglich den Zugriff auf eine IP-Adresse oder einen IP-Adressbereich zu beschränken.

Gehen Sie dazu in der Weboberfläche zum Menüpunkt Netzwerk unter iDRAC Einstellungen. Klicken Sie nun auf den Link Erweiterte Einstellungen. Hier können Sie eine Adresse und eine Netzmaske angeben, von der der Zugriff erlaubt ist. Für eine einzelne IP-Adresse tragen Sie 255.255.255.255 als Netzmaske ein. Für die Freigabe von eines IP-Adressbereichs muß eine entsprechende Netzmaske angegeben werden, die alle IP-Adressen einschließt.

Der Zugang auf die iDRAC per SSH ist bei Hetzner-Systemen im Auslieferungszustand deaktiviert, kann aber von Ihnen bei Bedarf eingeschaltet werden.

Welche Möglichkeiten habe ich bei der Speicherkonfiguration?

Der Dell PowerEdge R720 bietet mehrere Konfigurationsmöglichkeiten des Hauptspeichers, um das System für verschiedene Einsatzzwecke und Anforderungen zu konfigurieren. In der optimierten Standardkonfiguration steht Ihnen die volle Kapazität und Leistungfähigkeit zur Verfügung. Durch den ECC-Standard können Einzelbit-Fehler korrigiert und Mulit-Bit-Fehler erkannt werden. Für noch höhere Anforderungen sind darüber hinaus folgende Konfigurationen möglich:

  • Mirroring/Spiegelung - der Speicherinhalt wird redundant vorgehalten. Für höchste Sicherheit steht nur die halbe Speicherkapazität zur Verfügung.
  • Advanced ECC - Zusätzliche Fehlerkorrekturfunktion durch aufwändigere Prüfung bei Speicherzugriffen. Die Speicherkapazität ist um 33% reduziert. Hohe Leistung, jedoch geringer als bei optimierter Konfiguration.
  • Sparing - Eine Speicherbank wird als Reserve vorgehalten. Eine defekte Speicherbank kann so im laufenden Betrieb auf die Ersatzbank umgeschaltet werden. Die Speicherkapazität ist um 33% bis 50% reduziert

Welche Hardware-Konfigurationen werden angeboten?

Die aktuellen Dell-Angebote finden Sie auf unserer Webseite.

Welcher RAID-Controller ist verbaut?

Der integrierte PERC H710 ist ein leistungsstarker Enterprise RAID-Controller. Der 512 MB große flash-gestützte Cache bietet erhöhte Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit. Der PERC H710 bietet auf Basis des LSI SAS 2208 Dual Core ROC hohe Performance und einfache Verwaltung.

Wo finde ich weiterführende Informationen?

Bei Dell finden Sie das Benutzerhandbuch zum Server sowie das technische Handbuch (englisch).



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