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Double Paid Traffic

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Double Paid Traffic

Hetzner Online steht für ein performantes und leistungsstarkes Internet. In den letzten Jahren wurde die eigene Netzwerktechnik Schritt für Schritt ausgebaut, um den Kunden eine optimale Performance anbieten zu können. Aktuell werden etwa 2/3 unseres Netzwerkverkehrs direkt über kostenneutrale Peerings vieler verschiedener Partner ausgetauscht. Darunter befindet sich auch eine Reihe privater Peerings mit großen Netzbetreibern.

Daher beobachten wir mit wachsender Sorgen, dass einige DSL- und Kabelanbieter mit herausragender Marktposition in Deutschland, den USA und auch im asiatischen Raum, selbst keine offene peering policy betreiben aber anderseits auch nicht mit ausreichender Kapazität zu anderen Tier‑1 Carriern angebunden sind, um Ihren Kunden schnellen und reibungslosen Zugang in das weltweite Internet zu gewährleisten.

Für einen performanten Internetzugang ihrer Kunden, müssten ausreichend Kapazitäten zu allen anderen Tier1-Carriern geschaffen werden. Der weitere Netzausbau funktioniert dann traditionell problemfrei, solange beide Tier1-Carrier bereit sind, ohne Berechnung, weitere Peerings untereinander einzugehen. Sobald eine der beiden Parteien hingegen versucht Geld vom anderen Carrier für den weiteren Netzausbau zu erhalten, scheitern solche Gespräche häufig und der eigentlich dringend benötigte Netzausbau unterbleibt in der Folge.

Oftmals argumentieren DSL-Anbieter, dass Sie die Kosten der Ausweitung der Kapazitäten nicht alleine tragen wollen.

Lassen sie uns dieses Argument genauer ansehen. Bei einem kostenneutralen Peering bezahlt jeder Netzbetreiber den Ausbau seines eigenen Netzes selbst. Ebenso trägt jeder Netzbetreiber die Kosten seines eigenen Routerinfaces an den Schnittstellen zwischen den Netzen (Peeringpoints). Auf dieser Basis werden weltweit die meisten Peerings etabliert.

Als Hetzner Online betreiben wir viele solcher kostenneutralen Peerings mit vielen verschiedenen Carriern weltweit und freuen uns über jeden weiteren Carrier, mit welchem wir Traffic auf dieser Basis austauschen können. Das bedeutet, dass wir durchaus unseren Teil der Ausbaukosten tragen und auch zu einem weiteren Ausbau bereit sind.

Die Argumentation der DPCs (Double Payment Carrier), die Kosten des Netzausbaus nicht allein tragen zu wollen, ist unserer Meinung nach nicht schlüssig. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass wir als Content Lieferant nicht nur den Ausbau unseres eigenen Netzes, sondern darüber hinaus auch noch die Erweiterung des DPC Netzes finanzieren sollen. Wir, Hetzner Online, lehnen diese Forderung ab.

Diese Strategie der Carrier, sich weiteren kostenfreien Peerings zu verweigern und Geld für den Netzausbau zu verlangen, wird in der Branche üblicherweise als "Double Payment" bezeichnet. Der jeweilige Carrier verlangt bereits Geld von seinen direkt angeschlossenen Kunden und versucht denselben Traffic ein zweites Mal einem Tier-1 Kollegen zu berechnen.


Werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen eines DPC (Double Payment Carriers).

Aufgrund dieser Strategie entstehen am DSL-Markt große Netze, welche zur Primetime nicht über ausreichend Bandbreite zu den führenden Tier1-Carrieren wie z.B. Level3 oder Cogent verfügen. Damit werden populäre Angebote im Internet (wie z.B. Youtube) zu den Hauptverkehrszeiten oftmals für die DSL-Kunden der jeweiligen DPC träge.

Große Content-Anbieter haben ein starkes Interesse, die DSL-Endkunden der DPC's mit bestmöglicher Performance zu erreichen und suchen deshalb nach Alternativen zu den überlasteten Schnittstellen zwischen den Carrieren. Diese finden sich in der Regel durch direkte Anbindungen der großen Content-Lieferanten zu den jeweiligen DPCs. An diesem Punkt kann der DPC seine Marktposition geschickt nutzen, da aufgrund der überlasteten Schnittstellen kein anderer Carrier die DSL-Kunden des jeweiligen DPCs mit ausreichender Geschwindigkeit erreichen kann. Deshalb kann der DPC nahezu frei von Wettbewerbsdruck Preise festsetzen, welche die interessierten Content-Lieferanten zu zahlen haben, um "seine" DSL-Kunden performant zu erreichen.

In Deutschland haben wir in den vergangenen Jahren Preise gesehen, welche sich in etwa beim dreifachen Marktpreis gegenüber regulärem IP-Transit bewegen. Branchenkollegen haben uns berichtet, dass insbesondere DPCs im asiatischen Markt teilweise noch höhere Preise für einen performanten Zugang zum jeweiligen DSL-Netz verlangen.

 

Wie wirkt sich das für die DSL/Kabel-Kunden des jeweiligen DPCs aus?

Die Kunden des DPC's erfahren in der Praxis einen Internetzugang, welcher sich in zwei Kategorien aufteilt. Einerseits gibt es Content, auf welchen sie schnell und sehr performant zugreifen können. Dieser Content stammt von denjenigen Content-Anbietern, welche den DPC für einen direkten Netzzugang zu Ihren Kunden entlohnen.

Auf der anderen Seite ist der restliche Internet Content zu den Hauptverkehrszeiten. Insbesondere zwischen 19 und 22 Uhr stoßen die betroffenen DSL- und Kabelanbieter an ihre Kapazitätsgrenzen und verhindern somit einen flüssigen Datenaustausch zwischen den einzelnen Netzen. Dies führt immer wieder zu Beschwerden von Kunden dieser Anbieter, da ihre Server nicht mit der von uns gewohnten Performance erreichbar sind.

Diese Kunden haben durch Ihre monatlichen DSL- und Kabelgebühren den Netzbetreiber für einen umfassenden und schnellen Zugang ins Internet bereits bezahlt. Die DSL- und Kabelanbieter möchten jedoch neben den Einkünften Ihrer Endkunden, weitere Einnahmen für den Zugang zu Content-Anbietern erzielen. Somit ist der Endkunde gezwungen für einen unbeschränkten Zugang ins Internet doppelt bezahlen zu müssen. Als Hetzner Online GmbH möchten wir eine derartige Geschäftspraxis nicht unterstützen und sprechen uns für eine umfängliche Netzneutralität aus.


Für weitere Informationen können Sie sich gerne unter folgenden Links informieren:

Stellungnahme Hetzner

Stellungnahme Init7

Video: "Netzneutralität tötet"

www.netzneutralitaet.cc


Im Bezug zur deutschen Telekom (dtag), haben wir lange und intensiv verhandelt, um einen direkten Netzzugang zu den DSL-Kunden der Telekom zu erhalten. Aber nachdem die Kostensituation für uns immer nachteiliger wurde, haben wir uns letztendlich schweren Herzens dazu entschlossen, auf eine direkte Netzanbindung zur dtag zu verzichten.

Da einige unserer Kunden jedoch auf eine performante Anbindung in das Netz der DTAG angewiesen sind und die Situation auch durch verschiedene Traffic Engineering Maßnahmen (Umverteilen des dtag-Traffic auf unterschiedlich Tier1-Carrier) nicht befriedigend gelöst werden konnte, bieten wir diesen Kunden die Buchung eines extra Uplinks zur Deutschen Telekom AG an, Double Paid Traffic.

Diese Option ist für jeden Server für 5,00 € im Monat zu buchbar. Durch diese zusätzliche Option wird ein Uplink zur DTAG über Core-Backbone für die hinterlegte IP-Adresse aufgeschaltet. Der inklusive Freitraffic orientiert sich an den jeweiligen Trafficgrenzen der jeweiligen Serverkategorie. Bei Überschreitung dieser Grenze wird für den Zusatztraffic 4,17 € pro TB berechnet. Für die Freischaltung des „Double Paid Traffics“ ist kein Flexi-Pack notwendig.

Buchung des Double Paid Traffics

Einrichtungsdauer: ca. 1 Arbeitstag

Die Bestellung erfolgt über eine Supportanfrage aus der Administrationsoberfläche (Robot/konsoleH).

Für Root- und vServer

Menüpunkt "Server" anklicken -> Root-Server anklicken -> auf Tab "Support" klicken -> Anfragetyp "Produktberatung" auswählen.

Für Managed Server

"Verwaltung" -> "Supportanfrage" -> Kategorie "Managed Server" -> Server auswählen -> Optionen "Technik"

Für Webhosting Accounts

"Verwaltung" -> "Supportanfrage" -> Kategorie "Webhosting/Domain" -> Account auswählen -> Optionen "Technik"

Für Colocation-Racks

Menüpunkt "Server" anklicken -> Colocation-Rack anklicken -> auf Tab "Support" klicken -> Anfragetyp "Produktberatung" auswählen.

Im Textfeld des gewählten Anfragetyps vermerken Sie, dass Sie den DTAG Uplink bestellen möchten und mit den Zusatzkosten von 5,00 €/Monat einverstanden sind. Das Addon auf der Rechnung lautet "Double Paid Traffic".

Kunden von eigenen Colocation-Racks, aber auch von gemieteten Root- und vServer vermerken bitte zudem zusätzlich, dass Sie auch mit den Zusatzkosten bei einer Trafficüberschreitung in der Höhe von 4,17 €/TB einverstanden sind.

Es ist nicht möglich nur einzelne IPs (falls der Root-Server bzw. das Rack mehrere IP(s)/Subnetze hat) mit dem DTAG Uplink zu versehen. Die Option bezieht sich also immer auf alle IPs/Subnetze des Root-Servers bzw. des Colocation-Racks.

Wie sieht’s mit Failover-IPs/-Subnetzen bei Root-Server aus?

Am besten erklärt an einem Beispiel:

- Server A hat eine Failover-IP und die DTAG Option.
- Server B hat keine Failover-IP und keine DTAG Option.

Switcht der Kunde die Failover-IP auf Server B um, dann fällt die DTAG Option für die Failover-IP weg, d.h. Traffic, der von der Failover-IP, falls diese auf Server B geswitcht ist, in’s DTAG-Netz geht (also Ziel-IP ist im DTAG Netz) geht dann NICHT direkt über Core-Backbone in’s DTAG Netz (zumindest können wir das dann nicht garantieren), sondern über andere Routen (aktuell eben NTT oder GTT).

 

Besteht ein direktes Peering mit der Telekom?

Bisher macht nur ein kleiner Teil unserer Kunden von diesem "Double Paid Traffic"-Angebot Gebrauch, weshalb wir für den Double Paid Traffic auf das Angebot eines Resellers zurückgreifen. Bei dem aktuell geringen Trafficvolumen, wäre ein direkter dtag-Zugang unwirtschaftlich. Unser Reseller hat versichert, dass unser Traffic ins dtag-Netz über eine
bezahlte Schnittstelle zur dtag führt, welche nicht am Kapazitätslimit betrieben wird und somit auch zur Hauptverkehrszeit gute Performance gewährleistet.

Kündigung des Double Paid Traffics

Eine Kündigung dieser Option ist über eine Supportanfrage aus der Administrationsoberfläche (Robot/konsoleH) zur nächsten Fälligkeit möglich.

 

Preise inkl. 19 % USt



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